Kreuzbandriss

Bandverletzungen des Kniegelenks treten in der Regel durch ein Verdrehtrauma des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel, zum Teil auch mit einer akuten Achsbelastungen auf. Es kommt zu einer Überlastung mit Zubelastung und somit zum Riss der gelenkführenden Bänder. Teilweise bestehen isolierte Verletzungen eines Bandes, in anderen Fällen kommt es zu Kombinationsverletzungen mit Schädigung der Kreuz- und Seitenbänder sowie des Knorpels und/oder der Menisken. Oft ist das vordere Kreuzband, das LCA, betroffen. Zwischen dem Riss und den durch die Instabilität verursachten Folgeschäden an Meniskus und Gelenkknorpel liegt meist ein relativ beschwerdearmer Zeitraum von mehreren Jahren.

Die Therapie richtet sich vor allem nach der Art der Verletzung und dem Ausmaß der bestehenden Instabilität sowie insbesondere das Alter und der bereits vorhandenen Gelenkschäden. Des Weiteren bestimmen Sportambitionen und Belastungsanforderungen die Art und Weise der Behandlung. Bei knöchernen Ausrissen werden diese arthroskopisch refixiert, eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes wird bei entsprechender Indikation durch ein körpereigenes Sehnentransplantat ersetzt. Die Entnahme findet in der Regel am Oberschenkel der betroffenen Seite statt, in manchen Fällen wird auch ein Teil der Patellasehne entnommen.

Je nach Erfahrung des Operateurs und je nach Eigenheiten der Länder werden unterschiedliche Verfahren favorisiert.

Hierzu stehen folgende Verfahren zur Verfügung:

  • Kreuzbandersatz mit einem Sehnentransplantat aus der Knieinnenseite (der Ersatz mit der Semitendinosussehne (Oberschenkelbeugesehne)
  • Kreuzbandersatz mit einem Teil der Kniescheibensehne (Patellasehne) und von Knochenstücken an den Enden von der Kniescheibe und dem oberen Unterschenkelknochen (als BTB Plastik – bone-tendon-bone bekannt)
  • der Ersatz mit der Oberschenkelsehne – Quadrizepssehne, insbesondere bei Wiederholungsoperationen – Revisionen
  • Methoden unter Verwendung künstlicher Bänder sind aufgrund schlechter Ergebnisse nicht mehr gebräuchlich

Kniegelenksspiegelung - arthroskopische assitierte Kreuzbandplastik

Bei der Technik mit der Patellarsehne wird ein Streifen mit anhängenden Knochenblöcken entnommen und zu einem Transplantat vorbereitet, das in der Regel 8 – 10mm dick ist. Der Vorteil ist das sichere Einwachsen der Knochenblöcke in den Bohrkanälen von Ober- und Unterschenkel.

Je nach Art der beruflichen Belastung beträgt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit 3 bis 12 Wochen. Leichte sportliche Belastung ist meist bereits nach 3 Monaten möglich, belastende Sportarten wie Fußball und Skifahren sollten erst nach 8 bis12 Monaten in Abhängigkeit vom Trainingszustand wiederaufgenommen werden.

Kniegelenksspiegelung - arthroskopische operative Behandlung

Die Arthroskopie ist eine minimalinvasive Operation, d.h. sie ist durch den kleinen Zugangsweg zum Gelenk weniger belastend; sie wird häufig auch als „Schlüssellochmethode“ bzw. „Schlüssellochoperation“ beschrieben. Hierbei werden über 2 kleine Hautschnitte von je ca. 0,5 cm Länge, die benötigten Instrumente (Optik-Kamera, Zange-Stanze, Schere, Sauger, rotierende Fräse) eingeführt.

Nach dem diagnostischen Rundumblick (um die anhand der Vorgeschichte, der Untersuchung und der Zusatzuntersuchungen vermutete Diagnose zu bestätigen) wird in der gleichen Sitzung mit der Therapie, also der Behandlung, begonnen.

Arthroskopisch und arthroskopisch-unterstützt lassen sich auch viele Operationen am Knie-, Schulter-, Sprung- und Hüftgelenk sowie andere auch kleinere Gelenke durchführen.